Erich Mühsam - Wüste - Krater - Wolken

Erich Mühsam ca. 1924Erich Mühsam gehört zu den Dichtern, die Anfang des 20. Jahrhunderts in ihren Gedichten neue Töne anschlagen, Er breitet sein Selbstmitleid aus: »Und wieder tritt das Leben mir / Mit vorgestelltem Fuß entgegen«. Er schildert unverhohlen sein Begehren: »Ich packe dich — und meine Gier / Frißt sich an deiner Reinheit satt«. Und er ergreift Partei in den politischen Grabenkämpfen seiner Zeit, wenn er sein Spottgedicht »Der Revoluzzer« der »deutschen Sozialdemokratie« widmet. Mit solchen Versen fand Mühsam natürlich keinen Eingang in Poesie-Alben und Lesebücher.

Glaubenssätze im Schützengraben - zur Lektüre von Ernst Jüngers »In Stahlgewittern«

Fritz Fuhrken: Granate trifft englischen Panzer in der Somme-Schlacht 1918 Leider ist es heutzutage notwendig, einen Blick auf das Denken und die Begrifflichkeiten von Reaktionären, oder, um es ins politische Spektrum zu rücken, von Rechten zu werfen. In der überschaubaren Ahnengalerie von Vertretern dieser Geisteshaltung taucht ein Name immer wieder auf: Ernst Jünger. Warum also nicht versuchen, durch die Lektüre von Jüngers bekanntestem Buch »In Stahlgewittern« etwas über das reaktionäre Denken zu erfahren.

Crazy Rich Asians

Crazy Rich Asians, USA, 2018, Jon M. Chu, 120 Min.

Crazy Rich Asians ist eine klassische Schnulze - kriegen sie sich oder kriegen sie sich nicht - und trotzdem überrascht der Film in mehrfacher Hinsicht.

Georg Heym - Umbra Vitae

Georg Heym - Der ewige Tag - Titel»Umbra Vitae« versammelt die Gedichte, die Heym nach den Arbeiten für »Der ewige Tag« verfasst hat. Sie sind, so legen es die Herausgeber nahe, vom Januar 1911 bis zu Heyms Tod im Januar 1912 entstanden. Den Titel »Umbra Vitae« hätte Heym selbst seinem zweiten Gedichtband geben wollen.

Das Verblöden

Der Prozess des Verdummens scheint allgemein bekannt und wird gerne beklagt. Dabei vertrotteln vorzugsweise die Anderen und das in Massen. Wahlweise verblödet das Land, die Jugend, die Menschheit, und daran sind, die Diagnosen lassen keinen Zweifel, externe Faktoren schuld: das Fernsehen, die Werbung, das Internet.

Der Bootsmann

Saßen einander gegenüber zwei alte Herren, der Kugelige mit dem kahlen Schädel rollte den erkalteten Stumpen seiner Zigarre zwischen den Lippen, den Andern mit unverhohlener Skepsis musternd. Dem saß der Elbsegler zurück geschoben auf dem sich bäumenden Schopf grauer Haare, der sprach konzentriert, die Stimme vom Tabak geteert, vom Alkohol gebeizt, leicht brüchig; die übrig gebliebenen Finger der von der Arbeit gezeichneten Hände ruhten auf dem Tisch, …
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