ALLERSEELEN

Geht ein Tag ferne aus, kommt der Abend,
Brennt ein Stern in der Höhe zur Nacht,
Wehet das Gras, und die Wege alle
Werden in Dämmrung zusammengebracht.

Viele sind über die Steige gegangen,
Ihre Schatten sind ferne zu sehen,
Und sie tragen die Kreuze und Stangen,
Rote Fackeln, die wandern und wehen.

Mauern sind hinten und Gräber und wenige Bäume,
Manche Tore darin, wo der Lorbeer trauert.
Viele sitzen in Haufen über den Steinen,
Ihre Lichter behütend, wenn der Regen schauert.

Und ein Rot steckt im Walde, dürr wie ein Finger,
Wo der Abend hänget in wolkiger Zeit
Mit dem wenig Licht. Und geringer
Rings ist die Nähe. Und Weite, so weit.

Doch ewig weht der Wind, der nimmer schweiget,
Im dunklen Lande, herbstlich schon gebraunet,
Der dunkle Bilder viel vorüber zeiget
Und dunkle Worte flüchtig trübe raunet.